Der Kreis Stormarn ist ein Kreis im Land Schleswig-Holstein. Er gehört zur Metropolregion Hamburg.
Der Kreis Stormarn grenzt im Norden an den Kreis Segeberg, im Nordosten an den Kreis Ostholstein und an die kreisfreie Stadt Lübeck, im Osten und Süden an den Kreis Herzogtum Lauenburg und im Westen an die Freie und Hansestadt Hamburg. Stormarn ist einer der sechs nördlichen Randkreise in Schleswig-Holstein, die zusammen mit den acht südlichen Randkreisen in Niedersachsen und der Hansestadt Hamburg die Metropolregion Hamburg bilden.
Die höchste Erhebung Stormarns ist der Kleine Hahnheider Berg mit 100 m ü. NN.
„Stormarn“ ist auf die alte Bezeichnung eines Gaues, einer späteren Grafschaft, zurückzuführen, deren Einwohner schon im 11. Jahrhundert als Stormarii (auch Stormere) bezeichnet wurden.
Bis etwa 600 wird Stormarn von Sachsen besiedelt, die Ostgrenze Stormarns zum heutigen Kreis Herzogtum Lauenburg stimmt in etwa mit der historischen Grenze zwischen Sachsen und Wenden der damaligen Zeit überein.
um 810 lässt Kaiser Karl der Große den Limes Saxoniae (auch Sachsenwall genannt) durch Stormarn bauen, Reste einer Ringwallanlage sind heute noch bei der Nütschauer Schanze zu finden.
1111 erhält Graf Adolf von Schauenburg Holstein, Wagrien und Stormarn als Lehen, wobei das damalige Stormarn sich weiter westlich als der heutige Kreis erstreckt.
1322 wird mit dem Teilungs- und Friedensvertrag von Oldesloe die Alster die Westgrenze Stormarns.
1762 fallen die Ämter Reinfeld und Rethwisch an Dänemark.
1773 werden auch die altstormarnischen Ämter Trittau (nicht identisch mit dem heutigen Amt Trittau!), Reinbek und Tremsbüttel dänisch.
1844 wird die erste Berufsschule in Bad Oldesloe gegründet.
1867 nach dem Anschluss Schleswig-Holsteins an Preußen werden in Provinz Schleswig-Holstein 19 Kreise und eine kreisfreie Stadt (Altona) nach altpreußischem Vorbild gebildet. Stormarn bildet einen der Kreise. Es wird aus den alten landesherrlichen Ämtern Reinbek, Reinfeld, Rethwisch, Tremsbüttel und Trittau (nicht identisch mit dem heutigen Amt Trittau!), der Stadt Bad Oldesloe, den amtsfreien Gemeinden Wandsbek und Reinfeld, 17 Adligen Gütern und den in das Gebiet eingeschlossenen lübschen Enklaven gebildet. Verwaltungssitz ist zunächst Reinbek. Das Kreisgebiet wird in vier Kirchspielvogteien untergliedert, denen die Landgemeinden zugeordnet werden. Die Adligen Güter werden in Gutsbezirke umgewandelt.
1867 bis 1873 ist das Schloss Reinbek Sitz der Kreisverwaltung.
1873 wird Wandsbek Sitz der Kreisverwaltung.
1889 bringt die preußische Kommunalverfassung vom 26. Mai 1888 eine neue Kreisordnung: Anstelle der vier Kirchspielvogteien treten nunmehr 26 Amtsbezirke, in die die 127 Landgemeinden des Kreises eingeordnet werden. Außerdem bestehen die 21 Gutsbezirke, die Stadt Oldesloe und die Flecken Wandsbek und Reinfeld als amtsfreie Gebietskörperschaften.
1889 wird die Kreisberufsschule in Bad Oldesloe gegründet (die Zweigstelle Ahrensburg wird 1980 verselbständigt).
1898 die Landwirtschaftsschule (1994 geschlossen).
1901 wird Wandsbek kreisfreie Stadt, bleibt aber Sitz der Kreisverwaltung.
Das Unterelbegebietsgesetz vereinigt u. a. Lohbrügge mit Sande und schafft aus den Gemeinden Schiffbek, Öjendorf und Kirchsteinbek die neue Großgemeinde Billstedt.
1923 Im Rahmen des Hamburger Aufstandes der KPD wird am 23. Oktober 1923 der Bürgervorsteher Bargteheides festgesetzt und eine „Sowjetrepublik Stormarn“ ausgerufen. Die Republik wird am nächsten Tag von Lübecker Soldaten niedergeschlagen.
1937 verliert Stormarn durch das Groß-Hamburg-Gesetz etwa die Hälfte seiner Einwohner mit 12 Randgemeinden (u. a. Rahlstedt, Billstedt und Lohbrügge) an Hamburg. Die zu Hamburg gehörende Gemeinde Großhansdorf/Schmalenbeck fällt allerdings an Stormarn. Der Sitz der Kreisverwaltung bleibt im Stormarnhaus in Hamburg-Wandsbek.
1943 wird die Verwaltung nach Zerstörung der Gebäude der Kreisverwaltung durch Kriegseinwirkungen von Wandsbek nach Bad Oldesloe verlegt.
1948 ersetzt die neue Kreisordnung der britischen Militärregierung die Amtsbezirke durch Ämter.
1949 wird Bad Oldesloe offiziell Sitz der Kreisverwaltung.
1951 wählt der Stormarner Kreistag mit Erika Keck die erste Frau in Schleswig-Holstein zur Kreispräsidentin.
1952 ist Baubeginn des heutigen Stormarnhauses am Bahnhofsvorplatz in Bad Oldesloe. Das erste Stormarnhaus beherbergt heute das Bezirksamt Wandsbek in Hamburg.
1957 gründet der Kreis die mittlerweile älteste Wirtschaftsförderungsgesellschaft in Deutschland: die „Wirtschafts- und Aufbaugesellschaft Stormarn, WAS.“
1970 wird die Stadt Norderstedt aus den Stormarner Gemeinden Glashütte und Harksheide sowie den Pinneberger Gemeinden Garstedt und Friedrichsgabe gebildet und dem Kreis Segeberg zugeschlagen.
In den 1970er Jahren führt die kommunale Neugliederung zur Verringerung der Zahl der Ämter auf fünf und der amtsangehörigen Gemeinden auf 44. Daneben gibt es sechs Städte und fünf amtsfreie Gemeinden.
1976 macht der gewachsene Raumbedarf einen weiteren Verwaltungsbau in Bad Oldesloe an der Mewesstrasse notwendig.
1985 bezieht die Straßenverkehrsbehörde/Zulassungsstelle im Bad Oldesloer Gewerbegebiet Rögen ein eigenes Gebäude mit ausreichend Parkmöglichkeiten, nachdem es in der Mommsenstrasse viel zu eng wurde.
1991 beschließt der Senat der Freien und Hansestadt Hamburg, die Landesregierung von Niedersachsen und die Landesregierung Schleswig-Holstein, ihre Zusammenarbeit in der Metropolregion Hamburg zu verstärken. Seitdem ist Stormarn Mitglied der Metropolregion Hamburg.
1996 wird Europas größter Obst- und Gehölzlehrpfad auf einer Länge von 4 km zwischen Grabau und Blumendorf bei Bad Oldesloe eingerichtet.
1997 ist die Kreisverwaltung in Bad Oldesloe mit dem Neubau am Bahnhof auf mittlerweile sieben Verwaltungsgebäude angewachsen, sechs davon befinden sich in unmittelbarer Nähe des Bahnhofs, ein weiteres Gebäude (Zulassungsstelle) befindet sich im Gewerbegebiet Rögen.
Seit 1998 ist der Kreis Stormarn auch im Internet zu finden.
1998 wählt der Kreis Stormarn als erster Kreis in Schleswig-Holstein seinen Landrat in einer Direktwahl.
2006 richten die Kreise Stormarn und Herzogtum Lauenburg eine gemeinsame Rettungsleitstelle in Bad Oldesloe ein (Inbetriebnahme: 1. März 2006).